Simsalabim: Aus dem Polizeivorsteher wird ein Finanzvorstand

2013-06 - Statdrat Zürich

Der neue Zürcher Stadtrat mit Sekundanten beim Lächeln…

„Daniel Leupi übernimmt Finanzdepartement – Richard Wolff wird Polizeivorsteher“ – lautet diese allerneuste Schlagzeile aus dem Zürcher Stadtrat und der Bürger reibt sich verwundert die Augen. Das nennt sich politisches Miliz-System, von dem es schöner kein Beispiel gibt. Während ich bei der Vision von Richard Wolff als Polizeivorsteher, der eine liberalere Linie vertritt, keine Mühe habe, mir das vorzustellen, beunruhigt mich die Transformation des politischen Leichtgewichts Leupi zum Finanzvorstand umso mehr.

Leupi als ehemaliger Leiter eines ‚Velobüros‘ war mit der Polizeivorsteherschaft restlos überfordert (auch eigene Erfahrung) und liess sich jeweils bereitwillig von seinen Chefbeamten in die gewünschte Position rücken, die er dann schön brav öffentlich vertrat. Eine gewisse Scheu und Unsicherheit als Polizeivorsteher war für mich immer ersichtlich – ein deutliches Zeichen von Überforderung, aufgrund mangelnder Erfahrung und Kompetenz für dieses anspruchsvolle Amt. Auch einige ‚Skandälchen‘ hatte er zu bewältigen und zu guter Letzt hinterlässt er dem neuen Polizeivorsteher nun eine Hypothek namens Daniel Blumer; Ein neuer, vorbestrafter Polizeikommandant, der den bisherigen ‚Brummbär‘ Philipp Hotzenköcherle ablösen soll. Der Paukenschlag für beide Akteure in diesem Spiel ist der der 1. Juni 2013. Wolff muss also mit jemandem arbeiten, den er u.U. gar nicht eingestellt hätte. „Les jeux sont faits.“ – klassisch ausgedrückt. Was hat Leupi der Stadtpolizei Zürich hinterlassen? Gute Frage. Meine Kritik an ihm machte ich letztmals mit dem Artikel „Zürich: Was geschah in der Nacht vom 2. auf den 2. März wirklich?“ publik. Obschon ich die Verantwortlichen der Zürcher Stadtpolizei um eine Stellungnahme bat, wurde diese Anfrage ignoriert. Wie immer. Zumindest war das Standard unter der Ägide Leupi/Hotzenköcherle.

Und nun soll der – in jeder Hinsicht – grüne Leupi – der die Öffentlichkeit scheut, wie der Teufel das Weihwasser – das „politische Schwergewicht“ Martin Vollenwyder als Finanzvorstand der Stadt Zürich ersetzen? Diese Personalie hat sowohl das Potenzial eines Hüftschusses, wie auch eines wahrscheinlichen Desasters; Vergleichbar mit der Situation, dass wenn Sie im Operationssaal liegen, ein Automechaniker vor Ihnen steht, der sie operieren möchte. Würden Sie nicht sofort aufspringen und davonrennen – wenn Sie noch könnten…?

Zürich hat Probleme, die einfach ignoriert, massig mit ermüdendem Geschwafel überdeckt werden und der neue Stadtrat ist wirklich etwas ’schwach auf der Brust‘. Wer hätte sonst den Finanzvorstand geben können? Da wär‘ ich doch gerne ein Mäuschen an der Stadtratssitzung gewesen um zu erfahren, wie denn diese ‚Kompetenz hingebogen‘ wurde und man beschloss Leupi zum Finanzvorstand mutieren zu lassen. Ich bezweifle ernsthaft, dass Leupi in der Lage ist ein 8 Milliarden-Budget zu überblicken und zu organisieren; Einmal mehr wird er hoffungslos auf seine Chefbeamten angewiesen sein, die ihm permanent soufflieren, damit er sich nicht allzu arg und schnell ins Abseits manövriert. Schon sein Personal bei der Polizei hat gegen ihn rebelliert – wer garantiert uns, dass dies in der Zürcher Finanzverwaltung nicht auch der Fall sein wird, wenn sie merken, dass Leupi von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, dem man jeden einzelnen Schritt vorzeichnen muss? Bringt Leupi die Finanzkonzerne dazu wieder Steuern zu zahlen und sich an der sozialen Verantwortung zu beteiligen? Kann Leupi finanzielle Anreize schaffen um die Wohnungsnot zumindest einzudämmen? Wird er sparen und sich damit durchsetzen können? Ich wage das alles ernsthaft zu bezweifeln. All diese Leute werden Leupi weiterhin gönnerhaft belächeln.

Zürich braucht wieder richtige Polit-Kandidaten – keine Attrappen, wie sie oben abgebildet sind. Richard Wolff vorerst ausgenommen, er hat noch Bewährungszeit und solange gilt die ‚Unschuldsvermutung‘.

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